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Motoröl nachfüllen

Motoröl ist nichts anderes als ein Verschleißteil. Die Menge des Öls nimmt je nach Betriebsdauer stetig ab. Schuld daran sind thermische und mechanische Effekte. Das Öl verdampft durch Hitze, zersetzt sich durch Oxidation oder altert durch Abnutzung der Additive.

Motoröl wird bei einem Auto nachgefüllt
Ohne das richtige Motoröl kommt kein Auto in Schwung

Wann sollten Sie den Ölstand messen?

Um sicherzustellen, dass der Motor richtig geschmiert wird, ist eine regelmäßige Kontrolle des Ölstandes außerhalb der vorgeschriebenen Ölwechselintervalle sinnvoll. Empfohlen wird die Kontrolle aller 1.000 Kilometer. Sie sollten spätestens reagieren, wenn die Motorleuchte Ihres KFZs gelb oder gar rot aufblinkt. Ist der Ölstand tatsächlich zu niedrig, füllen Sie die benötigte Menge des bereits eingefüllten Motoröls nach.

Welches Motoröl für Ihr Kraftfahrzeug geeignet ist, entnehmen Sie dem Betriebshandbuch oder suchen Sie es einfach mit unserem Oilfinder heraus.

Messstände Ölmessstab Auto
Darstellung eines Ölmessstabes mit verschiedenen Füllstanden: Leer (links), Ölstand niedrig (2.v.l.), Ölstand normal (2.v.r.), Ölstand zu hoch (rechts)

Was ist beim Nachfüllen des Motoröls zu beachten?

Messen Sie den Ölstand nur, wenn der Motor warm ist und Betriebstemperatur erreicht hat. Achten Sie darauf, dass das Kraftfahrzeug gerade steht und nicht an einem Hang geparkt wurde. Nach Abstellen des Motors sollten etwa fünf Minuten verstreichen, bevor gemessen wird. Dadurch kann sich das noch warme Öl in der Ölwanne setzen.

Öffnen Sie dann die Motorhaube und ziehen Sie den Ölmessstab heraus. Meist lässt sich der Stab anhand eines gelben Ringes identifizieren. Wischen Sie den Stab mit einem Tuch ab und stecken Sie ihn erneut in den Motorblock. Im besten Fall sollte der Ölstand nun zwischen den zwei Markierungen (siehe Bild oben) liegen. Dann ist das Öllevel im Motor optimal. Ist zu viel Öl im Motor, müssen Sie welches ablassen, entsorgen und auf Ölverdünnung (siehe nächsten Abschnitt) prüfen. Wenn zu wenig Öl im Motor ist, sollten Sie Motoröl nachfüllen.

Gehen Sie beim Nachfüllen langsam vor und fügen Sie nur kleine Mengen hinzu. Testen Sie regelmäßig den Füllstand, bis das gewünschte Ergebnis erreicht wird. Damit verhindern Sie eine Überfüllung des Motors. Ist der Füllstand des Motoröls zu hoch, können ebenfalls Motorschäden auftreten. Es kann zur Schaumbildung des Motoröls kommen, welches die Schmierwirkung beeinträchtigt.

Motoröl nachfüllen im Motorrad, Ölwechsel
Ein 2-Takt-Motor mit Gemischschmierung benötigt immer ausreichend Öl

Ölverdünnung - Motorenöl riecht nach Benzin

Wenn Sie bei der Ölstandsmessung einen zu hohen Ölstand messen, sollten Sie auf den Geruch von Benzin im Öl achten. Dann liegt vielleicht eine Ölverdünnung vor. Dieser Zustand tritt nur auf, wenn sich Benzin ins Motorenöl mischt. Die Ölverdünnung ist ein unerwünschter Effekt, der vor allem bei Benzinmotoren auftritt, aber auch Dieselmotoren sind davon betroffen. Kraftstoff setzt sich bei Kaltstart an den Zylinderwänden ab und wird über den Kolbenring ins Öl eingetragen. Es kommt zu einer Vermischung von Öl und Kraftstoff. Da das Öl im Motor zumeist eine Temperatur von 80-100 °C annimmt, wird der Kraftstoff nicht komplett verbrannt. Teile des Kraftstoffs verbleiben im Schmierstoff und verdünnen ihn immer weiter. Der Ölstand kann dadurch langsam ansteigen.

Wie kann die Ölverdünnung vermieden werden?

Verstärkt wird der Effekt durch das Fahren von vornehmlich Kurzstrecken, besonders bei kalten Außentemperaturen. Der Motor wird oft kalt gestartet und erreicht selten die optimale Betriebstemperatur. Dadurch sammelt sich viel Kraftstoff im Öl an. Sollten Sie also viele Kurzstrecken fahren müssen, ist es immer ratsam, das Fahrzeug auch einmal über längere Strecken zu bewegen und hochtouriger zu fahren. Dann können die Rückstände des Kraftstoffes besser verbrennen. Denn ein zu starker Kraftstoffeintrag im Öl führt zu Mangelschmierung. Die Viskosität des Öls verändert sich und der optimale Öldruck kann nicht mehr aufgebaut werden. Die Folge ist im schlimmsten Fall ein Motorschaden. Ein weiterer Grund für eine Ölverdünnung kann ein defekter Thermostat im Kühler sein. Wenn dieser den Motor zu stark herunterkühlt, setzt sich ebenfalls zu viel Kraftstoff an den Zylinderwänden ab.

Ihr Ansprechpartner

Sven Köhler

Produktmanager Automotives / Gasmotorenöle