Verseifungszahl
Die Verseifungszahl (VZ) gibt die Menge an Kaliumhydroxid (KOH) an, die zur Neutralisation aller freien und gebunden Säuren sowie zur Spaltung/Verseifung der enthaltenen Ester in 1g einer Schmierstoffprobe notwendig ist. Als Ergebnis der Titration wird die verbrauchte Menge an Kaliumhydroxid in mg angegeben. Die Einheit lautet mg KOH/g Schmierstoff. Der Begriff Verseifung sich von der in früheren Zeiten durchgeführten Reaktion zur Herstellung von Haushaltsseife ab. Als Seife bezeichnet man in der Schmierstoffindustrie Metallsalze von organischen Säuren.
Wissenswertes zur Verseifungszahl
- Die Normen zur Verseifungszahl finden sich in DIN 51559 T1/T2.
- Bei Frischölen mit EP-Wirkstoffen oder mit Zusätzen von gefetteten Ölen wird stets eine VZ gefunden, da diese Additive verseifbar sind.
- In gebrauchten Ölen entstehen bei der Alterung verseifbare Stoffe, die als Vorstufen zu harzigen und ölunlöslichen Produkten anzusehen sind.
- Bei gealterten Isolierölen wird Alkaliblau als Indikator benutzt (DIN 51559 T2).
- Für reine pflanzliche Öle stellt die Verseifungszahl eine Kennzahl für den Typ des Pflanzenöles dar.
- Eine verwandte Kennziffer zum Bestimmen des Säuregehalts in Schmierstoffen ist die Neutralisationszahl.
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