Nur was gut geschmiert ist, wird auch zuverlässig und lange laufen

Biogas variiert in seiner Qualität oft deutlich. Verunreinigungen, wie etwa Schwefelverbindungen, beanspruchen den Gasmotor. Dementsprechend wichtig ist ein zeitgerechter Ölwechsel.

Bei der Vergärung von organischer Substanz in Biogasanlagen entsteht Methan, das in sogenannten Blockheizkraftwerken (BHKW) problemlos verstromt werden kann. Biogas enthält aber auch Kohlendioxid in größeren Mengen (25 bis 45 Prozent) und daneben andere Verunreinigungen wie Wasser, Schwefelwasserstoffe, Stickstoff, Sauerstoff und Wasserstoff.

Hohe Belastungen des Motors
Mit diesen Bedingungen und den oft stark schwankenden Stoffgehalten des Gases muss das Blockheizkraftwerk zurechtkommen. Hohe Prozesstemperaturen und oft ein Volllastbetrieb rund um die Uhr verschärfen die Belastungen für den Motor. Außerdem können Verunreinigungen durch den Verbrennungsprozess noch "aggressiver" werden. Aus Schwefelverbindungen entstehen etwa schwefelige Säuren. Gelingt es dem Gasmotoröl nicht, diese sauren Anteile sowie den Schwefelwasserstoff aufzufangen und zu neutralisieren, können schwere Schäden am Motor entstehen. Im schlimmsten Fall kann das ganze BHKW ausfallen, die dadurch entstehenden Kosten sind sehr hoch.

Auf das richtige Motoröl setzen
Dementsprechend wichtig ist eine gute Schmierung des Motors. Führende Hersteller bieten hierfür spezielle Öle an. Sie zeichnen sich etwa durch besonders hohe thermische Stabilität, gute Alterungseigenschaften, hohe Betriebssicherheit durch Motorsauberkeit und Schutz vor mechanischem und korrosivem Verschleiß aus. Durch ihren Einsatz können letztlich die Motorlebensdauer erhöht und die Ölwechselintervalle verlängert werden.

Auch das beste Motoröl altert aber mit der Zeit. Die mögliche Länge des Ölwechselintervalls hängt – abgesehen von der Ölqualität – von einigen Faktoren ab, insbesondere von dem Ölvolumen, der Gasqualität, den vorherrschenden Betriebsbedingungen und dem Motor. Dementsprechend variieren die Betriebsstunden bis zum nächsten Ölwechselintervall.

"Sie können bei 350 bis 1500 Betriebsstunden liegen, aber auch Werte außerhalb dieser Spanne sind möglich", erklärt Jürgen Deckert, Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung des Motorölspezialisten Addinol.

Regelmäßige Kontrollen erforderlich
Er empfiehlt daher regelmäßige Analysen des Gasmotorenöls zur Überwachung seines Zustandes und zur Festlegung des Ölwechselintervalls – und das nicht nur aus Garantiegründen, sondern auch, um die Lebensdauer des Motors zu erhöhen. Die Probennahme soll dabei gemäß den Empfehlungen/Vorschriften des Gasmotorenherstellers erfolgen.

Komplexe Ölkontrollen (siehe auch Artikel "Analysen für das Motoröl" unten) werden von auf diesem Gebiet spezialisierten Firmen angeboten. Eine Analyse bei Oelcheck GmbH kostet etwa zwischen 82,50 und 102,50 Euro (ohne USt.). Ölhersteller können auf Grundlage solcher Daten und Informationen über die Anlage genaue Empfehlungen für ihren Schmierstoff geben.

Bei der Auswertung der Analysen für die Ermittlung der Öleinsatzzeit werden laut Deckert bei Addinol sowohl Erfahrungswerte mit den Gasmotorenölen als auch die vorgegebenen Grenzwerte der Hersteller bezüglich des Ölwechsels berücksichtigt. Mit Zahlenreihen und Funktionen (Matrix) treffen die Spezialisten schließlich eine Entscheidung über eine mögliche Öleinsatz¬zeitverlängerung oder -verkürzung und damit über die Gesamteinsatzzeit des Gasmotoröls. Grundlage der Matrix bilden dabei alle Messwerte, die in umfangreichen Feldtests mit den verschiedenen Gasmotoren gewonnen wurden. 

Analysen für das Motoröl
Bei einer Motorölanalyse können zahlreiche Parameter erhoben werden. Sie sollen Auskunft über eine weitere Verwendbarkeit der Schmierstoffe geben.

• Der Ölzustand wird durch die Viskosität beziehungsweise den Viskositätsanstieg und andere Parameter (etwa Oxidation) bestimmt. Ein Viskositätsanstieg wird meistens durch Ölalterung (Oxidation) hervorgerufen. Durch Oxidation können sich auch organische Säuren bilden, die Schäden im Zylinder-Kolben-Komplex verursachen.
• Ölversauerung: Die durch den Verbrennungsvorgang der Gase entstehenden sauren Verbrennungsprodukte müssen vom Motorenöl aufgenommen und neutralisiert werden.  Die TAN (Total Acid Number oder Neutralisationszahl) ist das Maß für den Versauerungsgrad des Öls. Die TBN (Total Base Number oder Basenzahl) gibt den Gehalt alkalisch wirkender Zusätze im Öl an. Sie ist entscheidend dafür, wie viele saure Bestandteile noch vom Öl neutralisiert und unschädlich gemacht werden können. Daher sollte die TBN immer größer als die TAN sein. Bei Gasmotoren, die mit schwankenden Gasqualitäten betrieben werden, liefert der  i-pH-Wert (initial pH-Wert) zusätzliche Informationen über den Versauerungsgrad des Motoröls.
• Verschleißelemente: Die im Öl ermittelten Elemente dienen zur Erfassung des Verschleißzustandes des Motors.
• Verunreinigungen, wie etwa durch Silizium in Form von Staub, verursachen häufig Ablagerungen an thermisch hoch belasteten Motorteilen. Sie können zu Leistungsverlust, Verschleiß und Motorschäden führen.

Erschienen in Österreichische Bauerzeitung 6/2009 (für Artikel hier klicken)

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