Gut geschmiert

Der richtige Umgang mit Schmierstoffen hilft bares Geld sparen. Was es zu beachten gibt.

Selbst unter extremsten Betriebsbedingungen müssen Baumaschinen mit möglichst voller Leistung arbeiten. Dazu werden die passenden Hochleistungs-Schmierstoffe benötigt. Doch Öle, Fette und Hydraulikfluids verursachen schnell unnötige Kosten, wenn sie falsch gelagert und gepflegt werden oder nicht genügend Wert auf Sortenreduzierung gelegt wird. Hans-Jürgen Scholz, Produktmanager beim Spezialisten für Hochleistungs-Schmierstoffe ADDINOL, kennt die gängigen Fehlerquellen und gibt Tipps, diese aufzuspüren, zu vermeiden und so die Kosten zu senken.

Verunreinigte Schmierstoffe

Verunreinigungen im Öl sind nicht immer direkt sichtbar, die Auswirkungen jedoch enorm. Wie dringen Schmutzpartikel ein, welche Fehler sollten vermieden werden?

Nicht selten sind die Gebinde nicht sauber, trocken und gut verschlossen gelagert. Befindet sich Öl in staubiger Umgebung, sollte es unbedingt vor der Befüllung gefiltert werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Filter funktionstüchtig sind und bei Bedarf gewechselt werden. Das Benutzen von verschmutzten Behältern zum Um- oder Nachfüllen ist zu vermeiden. Eigentlich logisch, aber oft vernachlässigt: sämtliche Dichtungen und Verschlüsse überprüfen.

Wasser stellt stets ein hohes Risikopotenzial für den Schmierstoff und das geschmierte Element dar. Oft gelangt es auf dem gleichen Weg wie Schmutzpartikel in den Schmierstoff. Weitere Fehlerquellen: Ölfässer werden stehend draußen gelagert, Wasser kann eindringen. Frischöl ist während der Lagerung starken Temperaturschwankungen ausgesetzt, es kann sich Kondenswasser bilden. Durch niedrige Betriebstemperaturen, lange Stillstandszeiten oder wegen blockierter Entlüftung von Tank oder Gehäuse kann ebenfalls Kondenswasser entstehen. Undichte Stellen am Kühlsystem sind unbedingt ausfindig zu machen. Probleme gibt es auch, wenn der wasserabscheidender Filter, die Zentrifuge oder der Kondensatablass nicht richtig arbeiten oder nicht aktiviert werden.

Kraftstoffe, falsche Schmierstoffe und andere Flüssigkeiten können die Leistungsfähigkeit des Schmierstoffs gravierend beeinträchtigen. Motorenöl kann etwa durch Kraftstoff verdünnt werden, wenn die Einspritzdüsen defekt sind oder das Timing nicht stimmt – der eingespritzte Kraftstoff wird nur unvollkommen verbrannt, der Reste belastet das Motorenöl. Befindet sich Hydraulikfluid im Motorenöl, kann das ein Zeichen dafür sein, dass die Dichtung der direkt am Motor angeflanschten Hydraulikpumpe defekt ist.

Sortenreduzierung
Aber nicht nur auf die Sauberkeit von Schmierstoffen ist zu achten, Kosten können durch eine durchdachte Sortenreduzierung gesenkt werden. Schmierstoff-Experte Scholz empfiehlt, die Vielzahl der im Betrieb eingesetzten Schmierstoffe zu analysieren. „Alleine bei den Motorenölen fährt man mit einem hochwertigen Alleskönner oft besser als mit vielen unterschiedlichen Typen“, so Scholz. Auf diese Weise werden Lagerraum gespart, die Vorratshaltung vereinfacht und das Verwechslungsrisiko gesenkt. Bestens geeignet zur Sortenreduzierung sind zum Beispiel ADDINOL Professional 1040 E9/1540 E9, SAE 10W-40 und SAE 15W-40. Diese sind speziell für Turbodieselmotoren mit hohen Beanspruchungen ausgelegt. Beide Motorenöle übertreffen die Anforderungen der ACEA E9, senken die schmierstoffbedingte Abgas- und Partikelemission und verlängern die Lebensdauer von Abgasnachbehandlungs- sowie Abgasrückführungssystemen. Auch unter extremen Bedingungen bieten sie einen sicheren Schutz vor Verschleiß und Korrosion.

Artikel erschienen in MotBau 07/2012 (für Artikel hier klicken)