Weniger ist hier wirklich mehr. Spezielle Öle senken Temperatur im Ölsumpf von Industriegetrieben

Jedes Öl altert mit fortschreitendem Gebrauch. Reaktionen der Ölmoleküle z.B. mit Sauerstoff lassen das Öl dabei oxidieren. Die Alterung einer Ölfüllung wird durch die Einsatzzeit und die Temperatur, die das Öl während seiner Verwendung erfährt, erheblich beeinflusst. Als Faustregel für gilt: Mit einer Zunahme der Temperatur um lediglich zehn Grad Celsius verdoppelt sich die Ölalterung. Es kommt also wirklich auf jedes Grad an.

bei seinem Einsatz am den Zahnrädern kann ein Getriebeöl bis zu 160 Grad Celsius heiß werden, bevor es im Ölsumpf wieder abkühlt. Diese extremen Temperaturen treten allerdings kurzfristig auf und sind nicht repräsentativ für den gesamten Einsatz.

Nur im Ölsumpf, also der Menge im unteren Bereich des Getriebes, wiest das Öl eine homogene Temperatur uaf. Die direkte Temperaturmessung im Ölsumpf kann jedoch nur unter idealen Bedingungen durchgeführt werden. Daher wird die Temperatur meistens indirekt über die Gehäuseoberfläche des Getriebes ermittelt.

Bei vergleichenden Messungen müssen natürlich Motorleistung und –drehzahl identisch sein. Außerdem ist die Umgebungstemperatur zu berücksichtigen. Zur eigentlichen Temperaturbestimmung werden dann auf der Gehäuseoberfläche mindestens fünf Messpunkte festgelegt.

Diese liegen bevorzugt an der Antriebsseite, weil dort die Temperatur meist am höchsten ist. Aus den gemessenen Temperaturen wird ein Mittelwert errechnet. Da die Temperatur im Ölsumpf um zehn bis 15 Grad Celsius höher liegt, ist jeweils noch ein einheitlicher Differenzwert zu diesem Mittelwert zu addieren.

Bei Berechnungen mit dem Konstruktionsprogramm WTplus wurden für Industriegetriebe, die mit Addinol Eco Gear betrieben werden, Temperaturabsenkungen des Ölsumpfs von gut zwei Grad Celsius festgestellt. In der Praxis wurden diese Werte in vielen Fällen sogar deutlich übertroffen.

Temperaturabsenkung in der Praxis

So konnte beispielsweise in Planetengetrieben in Pressen zur Spanplattenerzeugung eine deutlich höhere Temperaturabsenkung erreicht werden. Die Details: Bei der Fertigung von Faserplatten wird Holz zerfasert, beleimt und anschließend in großen Spezialpressen zu Platten verarbeitet. Der Betreiber einer solchen Spanplattenpresse kontrollierte vor und nach der Umstellung der Planetengetriebe auf Eco Gear 460 M laufend die Ölsumpftemperatur.
„Die Ausgangstemperatur lag bei ca. 80 Grad Celsius. Nach der Umstellung auf ADDINOL Eco Gear 460 M haben wir eine Temperaturabsenkung von ca. sechs Grad Celsius nachgewiesen“, so der Betreiber. Nach dieser Bewährungsprobe wurden die Planetengetriebe einer weiteren Presse umgestellt.

Ein ähnliches Ergebnis konnte auch in einem ganz anderen Einsatzszenario festgestellt werden. In einer der größten Kaligruben Deutschlands, hunderte Meter unter der Erdoberfläche, sind die Förderanlagen bei einer konstanten Umgebungstemperatur von 33 Grad Celsius Tag und Nacht im Einsatz. Hier wurde das Addinol-Öl in einem der Getriebe eines Doppelantriebs einer Bandförderanlage getestet. Nach dem Umölen des Getriebes auf ADDINOL Eco Gear 320 M sank dessen Ölsumpftemperatur um fünf Grad Celsius, nämlich von 72 °C auf 67 °C ab. Wie erwartet, trat beim zweiten, mit einem herkömmlichen Industriegetriebeöl geschmierten Getriebe keine Reduzierung der Temperatur auf.

Noch deutlicher waren die Auswirkungen am Hauptantrieb einer Contiroll Pressenstraße. In einem der deutschen Werke eines Herstellers von Holzspanplatten wurde ADDINOL Eco Gear 320 S mit einem synthetischen Getriebeöl auf Polyglykol-Basis verglichen. Untersucht wurde die Entwicklung der Ölsumpftemperatur an einem Doppelbandantrieb einer kontinuierlichen Holzwerkstoffpress
Am Oberband der Presse laufen zwei Planetengetriebe parallel und mit gleichen Betriebsparametern. Regelmäßig erfolgten Temperaturmessungen bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Beim Betrieb mit dem synthetischen Getriebeöl auf Polyglykol-Basis wurden bei einer Pressengeschwindigkeit von 870 mm/s am „Antrieb oben links“ 67 Grad Celsius und am „Antrieb oben rechts“ 69 Grad Celsius gemessen.
Einige Monate nach der Umstellung des Antriebs oben links auf ADDINOL Eco Gear 320 S erfolgte wiederum eine umfassende Aufzeichnung der Temperaturen mehrere Tage lang. Bei der noch höheren Pressengeschwindigkeit von 1.130 mm/s waren zwar logischerweise beide Werte gestiegen. Doch die Temperatur des mit Eco Gear geschmierten Antriebs oben links lag bei 83,7 Grad Celsius, die des Antriebs oben rechts bei 94,7 Grad Celsius. Das Addinol Getriebeöl hatte im Vergleich zum synthetischen Getriebeöl auf Polyglykol-Basis eine Temperaturabsenkung von neun Grad Celsius erreicht!

Dipl.-Ing. Hans-Joachim Haak, Technischer Berater bei der Addinol Lube Oil GmbH, betont: „Addinol garantiert für die Hochleistungs-Getriebeöle der Serie Eco Gear, normale Betriebsbedingungen vorausgesetzt, eine Mindeststandzeit von 4 Jahren für die mineralölbasische Variante und von fünf Jahren für das synthetische Getriebeöl. In dieser Zeit ist kein Ölwechsel notwendig.“

Artikel erschienen in Betriebstechnik & Instandhaltung 11/2012 (für Artikel hier klicken)

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